Unser Immunsystem

Viele kennen das Phänomen, es beginnt mit einem Kribbeln oder Spannen und dann sind sie da, die unliebsamen Herpesbläschen, bevorzugt an den Lippen (HSV-1). Bereits allgemein bekannt ist wohl, dass Herpes ein Ausdruck eines geschwächten Immunsystems ist. Aber wie entsteht so eine Schwächung? Oftmals schon ganz leicht durch Stresssituationen oder Erkrankungen wie z.B. einer Erkältung, hierbei können die körpereigenen Abwehrkräfte geschwächt werden und so den Schutz vor einem möglichen Vireneintritt senken. Die Herpesviren erhalten dann die Möglichkeit in die gesunden Zellen einzudringen. Aber auch Ekel, Hormonschwankungen oder UV-Strahlungen können ein Auslöser für eine derartige Schwächung sein, der Verlauf ist ähnlich: Ekel oder Hormonänderungen können ebenso eine Stresssituation für den Körper auslösen. Sonnenstrahlung hingegen kann eine empfindliche Lippenhaut austrocknen, rissige, spröde Lippen sind die Folge und bilden eine optimale Basis für einen Vireneintritt.

Was tun bei Herpes?

Eine gute Pflege der Lippen und ausreichende Versorgung mit Feuchtigkeit sind essentiell, um rissige und trockene Haut eben zu vermeiden. Wichtig ist aber vor allem, Produkte zu verwenden, die eine antivirale Wirkung haben, denn der Eintritt der Viren in die gesunden Hautzellen sollte auf dem schnellsten Wege unterbunden werden. Bereits infizierte Zellen sollten zudem durch die eingesetzten Wirkstoffe in der Weise geschützt werden, dass ein Vermehren die Neubildung der Virus-DNA verhindert wird und der Herpes sich nicht weiter ausbreiten kann. Also unbedingt darauf achten, dass die Verbreitung der Herpesviren nicht unnötig unterstützt wird, d.h. nur mit gereinigten Fingern an die verletzte Haut gehen (wenn überhaupt!), zusätzliche Viren und Keime, die natürlich und aus dem Alltag an unserer Haut vorhanden sind, bieten ansonsten optimale Nährböden. Gerade auch an einem täglich verwendeten Lippenstift siedeln sich Keime und Viren an, die im Falle einer Herpeserkrankung das Gegenteil bewirken können.

Es ist zudem immer darauf zu achten, dass die Haut unter den verwendeten Produkten bzw. dem Make-Up ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, ansonsten wird unter einer luftabdichtenden Schicht eine optimale Basis für die Vermehrung von Viren und Keimen geschaffen, d.h. verwendet werden abdeckende Kosmetika oder Lippenstifte nur, wenn die verwendeten Produkte, dies unterstützen.

Einfache Methoden, die im Alltag nicht viel Aufwand bedeuten sind z.B. Bewegung an der frischen Luft (hier an den UV-Schutz denken!) ausreichend Ausgleich zum Stress und die „richtige“ Ernährung, um so das Immunsystem zu stärken. Denn der natürliche Schutz durch ein gestärktes Immunsystem ist der beste Schutz.

Bekannte Hausmittel gegen Herpes

Alternative Heilmethoden wie Zahnpasta, Quark oder Honig zur Behandlung von Lippenherpes sind, laut pta-aktuell, nicht empfehlenswert. Gegen den Virusbefall sind diese Mittel nicht nachweislich wirksam. Obwohl Manuka-Honig wie auch Teebaumöl immer wieder eine antimikrobielle Wirkung nachgesagt werden, gibt es hier auch viele Experten, die ausdrücklich vor der Anwendung warnen. Dies kann wohl bei Jedem unterschiedlich aussehen, daher ist es ganz wichtig, zunächst die Auslöser bzw. die Ursachen für den Herpesbefall herauszufinden.

Viele schwören zudem auf den Einsatz von z.B. frischen Knoblauch, hochprozentigem Alkohol oder auf Backpulver, womit der Herpes regelmäßig eingerieben werden soll. Nachzuweisen ist bislang auch hier keine optimale Wirkung gewesen. Doch Irrtümer wie die Verwendung von fettreichen Cremes oder austrocknender Zahnpasta bei Herpes sind schon lange wiederlegt, denn Viren bzw. Keime sind nicht mit Fett oder Austrocknung zu bekämpfen. Eher im Gegenteil, wie bereits erläutert. Auch Eiswürfel sind nur bedingt zu empfehlen, klar kann Kälte die Ausbreitung von Bakterien eindämmen, doch kann ein Einsatz von Eiswürfeln zum falschen Zeitpunkt auch schlimme Folgen haben. Denn hat sich ein Herpesbläschen bereits gebildet können über die Eiswürfel oder das verwendete Tuch zum Einwickeln optimal Viren bzw. Bakterien in die oftmals dann schon offene Wunde transportiert werden. Also Vorsichtig beim Einsatz von Eiswürfeln.

 

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