Keime wecken grundsätzlich erst einmal negative Assoziationen. Der Grund dafür ist die "gelernte Angst", dass Keime krank machen können. Epidemien wie die Pest oder auch einfache Grippeviren konnten durch mangelnde Hygiene an große Menschengruppen übertragen werden. Die Folge war sehr häufig der Tod. Diese Angst und die Lehre, dass Hygiene uns vor dem Tod bewahren kann, hat sich in unseren Verhaltensmustern verankert bzw. sogar perfektioniert. Doch eine übertriebene Hygiene kann auch wiederum krank machen. Warum? und ob Keime vielleicht sogar positiv für uns sind? Diesen Fragen gehen wir im Folgendem einmal näher auf den Grund.

„Du sollst nicht alles in den Mund nehmen, wer das schon alles angefasst hat!?“, „Hast Du Dir die Hände gewaschen?!“ - Jeder kennt diese Ermahnungen und Fragen aus der Kindheit. Doch "die Evolution hat uns nicht dafür gemacht, ständig mit Desinfektionsmitteln und Reinigern umzugehen", sagt Prof. Michael Zemlin; Chefarzt Kinderklinik Marburg. (lt.Bericht vom NDR vom 10.1.2014).

Viel schlimmer, durch eine übertriebene Hygiene fehlt unserem Immunsystem sogar ein wichtiger Trainingseffekt, so z.B. in der sogenannten oralen Phase im Kleinkindalter. Denn alles in den Mund zu nehmen, führt dazu, dass unser Körper lernt mit Keimen umzugehen, die unsere Umwelt ausmachen. So wird zum einen das Immunsystem gegen eventuell krankmachende Keime gestärkt und zum anderen lernt es harmlose Fremdstoffe (z.B. Hausstaub, Hundehaare, Blütenpollen) einzuordnen. Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass eine erhöhte Hygiene und der mangelnde Kontakt mit diesen Stoffen dazu führt, dass der Körper im Falles eines Kontaktes mit einer übertriebenen Abwehrreaktion reagieren kann und es zu der allerseits bekannten Allergie kommt.

Ein Leben ohne Keime?
Genau genommen sind viele Keime sogar überlebenswichtig für uns. Doch bevor wir tiefer in das Thema gehen, klären wir zunächst die Frage: Was sind überhaupt Keime? Definitionen zu Folge sind es lebensfähige Mikroorganismen wie z.B. Bakterien oder Pilze. Der menschliche Körper ist voll davon, sozusagen ein "Planet voller Leben", vorwiegend besiedelt von, mit dem menschlichen Auge nicht sichtbare, Lebewesen. Auf der Haut und im Körper jedes Menschen tummeln sich etwa eine Billiarde Bakterien, die zusammen rund 1,5 Kilogramm wiegen. Das klingt unglaublich und zunächst auch etwas eklig, doch diese mikrobiellen "Untermieter" erledigen unzählige wichtige Aufgaben. Sie helfen u.a bei der Verdauung, produzieren lebenswichtige Vitamine und Aminosäuren und unterstützen unser Immunsystem, d.h. sie beeinflussen unseren Körper und unsere Gesundheit. Im Mund z.B. leben ca.19.000 verschiedene Bakterienarten, diese helfen bei der Verdauung und bewahren uns zeitgleich vor Schädlingen. Aber Bakterien sind nicht nur positiv, sie produzieren bei der Verwertung auch Säuren, welche u.a. zu Karies, Mundgeruch oder Plaque führen.

Unglaublich!
Eine Stunde nach der Geburt ist der menschliche Körper bzw. die gesamten, mit der Außenwelt in Kontakt stehenden, Körperflächen bereits mit mehreren Millionen Keimen besiedelt. Auf der Haut unterstützen Keime unsere Abwehr und die Funktionsweisen der Haut. Ebenso ist die "Röhre", die durch unseren Körper geht - der Magen-Darm-Trakt - mit Keimen überhäuft. Dazu gehören unter anderen die „Bifidobakterien“, die zu unserer natürlichen Darmflora gehören und direkt nach der Geburt besonders wichtig sind, denn Sie helfen uns, die Muttermilch zu verdauen. Mit der Muttermilch und über Berührungen kommen zahlreiche neue Bakterien in die verschiedenen Bereiche des Körpers. Die Besiedelung mit den verschiedenen Bakterien bzw. Keimen ermöglicht eine Netzwerkbildung, welches die verschiedenen Funktionen des Körpers ermöglicht und final eine Schutzmauer gegen die Außenwelt bildet; unser Immunsystem. Eine Fehlbesiedelung kann wiederum das System aus dem Gleichgewicht bringen, krankhafte Veränderungen können die Folge sein und so z.B. zu einer gestörten Hautbarriere führen und neben erhöhtem Feuchtigkeitsverlust der Haut, kommt es zu Infektionen mit Bakterien und Pilzen. Die Folgen sind vielschichtig: trockene, rissige Haut, Herpes bishin zu Neurodermitis oder Akne, sind nur einige Beispiele.

Konnten wir Sie schon für das Thema begeistern? Im neuen Jahr gehen wir nochmals tiefer in das Thema, die Frage wie man mit solch einer Fehlbesiedlung umgehen kann und welche unglaublichen Funktionen in diesen Keimen steckt wird unser Fokus sein. Denn unser Mikroalgenwirkstoff Spiralin und damit die Produkte von ocean pharma wurden genau aus diesem Grund entwickelt.

 

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